Zuhören!

26.02.2010


Einmal mehr ist mir gestern auf unserer Ortsvereinssitzung eines aufgefallen: das wir in der SPD uns regelrecht ein Bein ausreißen um unsere Mitglieder in die inhaltliche Diskussion einzubinden, uns Foren, Onlinedebatten und noch vieles mehr einfallen lassen, aber vergessen den Menschen einfach mal zuzuhören.



Mein gestriges Beispiel: Anlässlich unseres 20 jährigen Bestehens haben wir alle damligen Gründungsmitglieder gebeten einen Brief zu verfassen. Warum sind sie in der Wendezeit in die SPD eingetreten? Und wir haben schon ein erstaunliches positives Echo erhalten.



Ein Genosse hat von seinen Erfahrungen berichtet, von seinen Begegnungen mit Willy Brandt und Willi Polte, von Gleichgesinnten hier in Schönebeck – von vielen Menschen die den damaligen Neuaufbau aktiv mitgestalten wollten. Interessante Worte und interessante Erinnerungen.



Aber noch viel bemerkenswerter Empfand ich den zweiten Teil seines Briefes. Es war eine deutliche Kritik an seiner SPD, was die Politik der letzten Jahre anbelangt. An berechtigter Rundumschlag. Es lass sich für mich wie ein Befreiungsschlag, etwas das ihm schon lange auf der Seele lag. Und genau so trat er auch gestern Abend auf. Wo es nur ging diskutierte er mit, hinterfragte Sachen sehr kritisch. Er schien richtig aufgeblüht. Und dieses Gefühl steckte an.



Ich glaube, dass wir anstatt mit den Leuten zu diskutieren erst einmal zuhören sollten. Gerade unseren älteren Genossen. Wir können sehr viel Lernen.